Seit gestern habe ich einen neuen Namen hier in der Bibliothek: Cabbage. Schön nicht? Denn gestern waren wir an der River Valley High School, um unser Buch “Stuck in Neutral” von Terry Truman vorzustellen. Die Buchpräsentation war ja recht aktiv, zumindest für mich. Ich spielte den Hauptcharakter und ich stellte die Situation des behinderten Shawn dar. Es wird im Buch so beschrieben, dass er sich wie ein Gemüse fühlt, weil er sich nicht bewegen kann. Wieso die anderen jetzt gerade Cabbage wählten, konnten sie mir immer noch nicht klar machen. Ich wäre glaub lieber ein Rüebli gewesen.
Jedenfalls ging soweit alles gut gestern. Die Schulhalle war voll und ich hatte genügend Publikum. Leider provozierte mich Herman, ein Bibliothekar, während dem Sketch und es fiel mir ungemein schwer, nicht zu lachen. Zudem improvisierte er ziemlich mit seinem Dialog und ich wartete vergebens auf ein Stichwort. So viel ich dann nicht so deutlich tot um, wie das vorgesehen war. Janu.
Ansonsten war es mal wieder sehr spannend, den Schulbetrieb hier zu beobachten. Folgendes fiel mir auf:
- In den Klassen befinden sich zwischen 30 und 40 SchülerInnen!
- In allen Schulen tragen sie eine Schuluniform. Jede Schule hat ihre eigene Uniform und aufgrund dessen kann man erraten, ob die Person an eine eher gute oder schlechte Schule geht…
- Überall sind Sprüche wie “Respekt”, “Lerne für dein Leben”, “Tue gutes für die Gesellschaft” etc. verewigt.
- Neben dem Unterricht muss jede/r SchülerIn ein Programm wählen. Das kann beispielsweise Drama oder Computer Club oder körperliche Ertüchtigung sein etc. (Zu meinem Schrecken kann das bedeuten, dass in den Gängen, SchülerInnen in Militäruniformen herumlaufen und vor einer ranghöheren Person (gleich ob SchülerIn oder LehrerIn) salutieren müssen.)
- Jede Schule hat ein Lied, das in Reih und Glied gesungen wird.
- Jede SchülerIn muss Freiwilligenarbeit leisten, bereits schon in der Primarschule 6 Stunden pro Jahr. Die jüngeren gehen dann meistens ins Altersheim und besuchen dort die Pensionäre. Die älteren können die Institution beispielsweise die Bibliothek selber wählen.
- In gewissen Schulen wird Danke im Chor gesagt: “Thank you, Mam” etc.
Man erfährt also immer allerhand bei Schulbesuchen mit der Bibliothek. Meine ArbeitskollegInnen informieren mich jeweils über die Spezialitäten der Schule und antworten bereitwillig auf meine zahlreichen Fragen. Oder man lernt zum Beispiel Malay, weil man die Zeit tot schlagen muss. Ich kann jetzt zum Beispiel folgendes sagen: Saya sayang buku = Ich mag Bücher!

